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Von Abfall zu Wertstoff

Wie Circular Engineering Kunststoffrecycling revolutioniert

Circular Engineering Merkle CAE Teaserbild

Einleitung

5,4 Millionen Tonnen Post-Consumer-Kunststoffabfälle fallen jedes Jahr allein in Deutschland an. Der größte Teil davon wird verbrannt – technisch bequem, aber ökologisch wie ökonomisch wenig sinnvoll. Wertvolle Rohstoffe gehen verloren, gleichzeitig wächst der Druck aus Politik und Gesellschaft, Kunststoffe nachhaltiger zu nutzen. Noch schwerer wiegt: Ein Teil dieser Abfälle gelangt in die Umwelt und am Ende auch in unsere Ozeane.
Das Forschungsprojekt SusPlasPro setzt hier an. Ziel ist es, durch Circular Engineering zu zeigen, dass selbst heterogene Rezyklate (PCR) wieder zu hochwertigen, haltbaren Produkten verarbeitet werden können – und zwar so, dass sie wirtschaftlich konkurrenzfähig sind.

Warum Recycling oft scheitert

Die Gründe, warum Post-Consumer-Kunststoffe bislang nur begrenzt wiederverwertet werden, sind vielschichtig. Mischungen aus unterschiedlichen Materialien, Reststoffen und Additiven machen die Verarbeitung schwierig. Für Hersteller ist es meist günstiger, Neuware einzusetzen: Die Materialqualität ist stabil, die Prozesse sind etabliert und der Preis durch niedrige Rohölkosten oft unschlagbar.
Der Gedanke, „wir tun das fürs Klima“, reicht in der Industrie allein nicht aus, um den Einsatz von Rezyklaten voranzubringen. Entscheidend sind am Ende Preis und Haltbarkeit: Ein Produkt aus Rezyklat muss mindestens so robust und langlebig sein wie das Pendant aus Neuware – und darf nicht teurer sein. Genau an diesem Punkt setzt SusPlasPro an.

Der Ansatz von SusPlasPro

Anstatt nur an einzelnen Stellschrauben zu drehen, verfolgt das Projekt einen ganzheitlichen Ansatz. Materialforschung, Prozessentwicklung und digitale Simulation greifen ineinander. Es geht nicht darum, Neuware eins zu eins durch Rezyklat zu ersetzen, sondern Produkte von Grund auf so zu konstruieren, dass sie mit den Eigenschaften von Rezyklaten funktionieren.

Die Partner bündeln dabei ihre Stärken:

  • Gardena Manufacturing sorgt als Konsortialführer für die Praxisnähe. Die dort entwickelten Demonstratoren zeigen, wie sich Rezyklate in alltagstauglichen Produkten umsetzen lassen.
  • Merkle CAE Solutions bringt sein Know-how in der digitalen Simulation und Auslegung von Bauteilen ein. Mit Hilfe virtueller Berechnungen können Formteile aus PCR optimiert werden, bevor sie in die Fertigung gehen.
  • Plexpert GmbH ergänzt das Konsortium mit ihrer Kompetenz in der rheologischen Simulation. Sie untersucht, wie sich Rezyklate im Spritzguss verarbeiten lassen und macht so die Brücke von der Theorie in die Produktion belastbar.
  • Die Hochschule Aalen schließlich liefert mit ihrem Institut für Polymerwissenschaften die wissenschaftliche Basis. Neue Messmethoden und Materialuntersuchungen sichern ab, dass die entwickelten Produkte nicht nur machbar, sondern auch haltbar sind.

So entsteht erstmals ein Engineering-Leitfaden, wie PCR industriell nutzbar wird – von der Materialauswahl über die Simulation bis hin zum fertigen Produkt.

Mehr als Umweltschutz – echte Wertschöpfung

Natürlich ist es sinnvoll, wenn weniger Plastik in den Weltmeeren landet. Doch die eigentliche Triebkraft hinter Projekten wie SusPlasPro ist die Ressourcenschonung und die wirtschaftliche Nutzung von Abfällen. Jedes Kilo Kunststoff, das nicht verbrannt, sondern als Wertstoff wiederverwendet wird, spart nicht nur Rohöl, sondern eröffnet auch neue Geschäftsmodelle.
Wenn es gelingt, Rezyklate so einzusetzen, dass sie preislich konkurrenzfähig sind und dabei die geforderte Haltbarkeit und Qualität erreichen, dann ist Recycling kein grünes Feigenblatt mehr, sondern ein echter Standortvorteil für die Industrie.

Wissenstransfer in die Praxis

Damit das nicht nur Theorie bleibt, werden die Ergebnisse von SusPlasPro direkt in die Industrie getragen. Ein sichtbares Beispiel dafür ist das Kunststoff-Symposium 2025 bei Merkle CAE Solutions in Heidenheim. Entwickler, Konstrukteure und Unternehmen können dort erfahren, wie sie mit Rezyklaten Produkte gestalten, die sich wirtschaftlich rechnen und gleichzeitig helfen, Kunststoffabfälle aus der Umwelt fernzuhalten.

Fazit

Circular Engineering zeigt: Kunststoffrecycling lohnt sich nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch. Produkte aus Rezyklat können genauso leistungsfähig sein wie aus Neuware – wenn sie von Anfang an entsprechend entwickelt werden. So wird aus einem Abfallproblem eine neue Ressource, die Umwelt entlastet und gleichzeitig neue Marktchancen eröffnet.

👉 Melden Sie sich jetzt HIER zum Kunststoff-Symposium 2025 an und erleben Sie, wie Abfall zu Wertstoff wird – praxisnah und wirtschaftlich durchdacht.

 

Ihr Stefan Merkle

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